Abwesenheitsnotiz – Start der Panchakarma

Sonntag. Viel zu erledigen. Wie vor jeder anderen Reise ballt sich alles die letzten Tage. Beruflich wie privat gibt es unendlich viele Dinge, die noch erledigt werden wollen, bevor ich mich in ein neues Abenteuer stürze: Meine erste Panchakarma.

Fünf Wochen werde ich ab morgen aus dem Alltag treten und in diese Behandlung gehen. Behandlung, Kur, Reinigung – egal, wie man es offiziell nennt, für mich ist es ein Abenteuer. Es schließt sich an an die neue Reise, die vor fünf Monaten mit dem letzten Schub begann. Und auch wenn mir mein Ayurveda-Therapeut den Ablauf grob erklärt hat, habe ich keine Ahnung, was auf mich zu kommt.

Eines ist sicher.

Es wird keine Wellness-Veranstaltung. Vorbereitend auf die kommenden Wochen musste ich die letzten Tage schon zuhause mit einer Ölkur beginnen. Zu Beginn unter der Woche gab es in jedem Abendessen 50 ml Ghee und die Dosis wurde an den beiden Wochenendtagen nochmal gesteigert UND ich musste es morgens auf nüchternen Magen trinken. Ein Glas flüssiges Fett war eine echte Herausforderung, zu mal ich noch nie besonders Fan von Butter(geschmack und -geruch) war.

Ich bin dann mal weg!

Die körperliche beziehungsweise gesundheitliche Behandlung ist ja nur das eine. Es hat den Anstoß gegeben, ja. Aber ich stelle die langfristige Linderung meiner MS durch die Anwendungen an sich nicht in den Vordergrund des Ganzen. Denn A) bin ich davon überzeugt, dass sich nur dann nachhaltig etwas ändert, wenn ich den großen ganzen Kontext langfristig betrachte – und darin ist die Panchakarma zwar ein  wichtiger Punkt, aber eben das: Ein Katalysator für die aktuelle Veränderung, denn ich bin ja schon ein Stück des Weges gelaufen.

Und B) ist mir die Reise zu mir selbst, also die Erfahrung auf geistiger Ebene viel wichtiger geworden. Die Entscheidung für die Panchakarma fiel in einer Zeit, in der ich mich gar nicht mehr so gefühlt habe, als ob die MS noch da wäre. Die Krankheit stand also nie im Vordergrund.

Durch das Absetzen der Pille hat die Aktivität der MS aber schlagartig wieder zugenommen. Von daher freue ich mich natürlich auch auf dieser Ebene zu erleben, was die Wochen bewirken.

Welt: aus.

Während dieser Zeit werde ich technische Geräte beiseite lassen, Handy, Internet und TV bleiben aus. Ich werde nicht erreichbar sein. Gar nicht. Ich habe keine Blogposts vorgeplant für diese Zeit, weil ich es sich falsch für mich anfühlt, mit nicht-aktuellen Texten von mir hören zu lassen in so einem Prozess. Ich werde auch nicht auf Nachrichten und Kommentare antworten können. Auch mein Instagram Channel wird eine Weile still sein. Die Pflege der „Kleine graue Wolke“-Facebookseite lege ich vertrauensvoll in die Hände meiner lieben Kollegen. Mein Telefon bleibt aus. Das Email-Postfach unberührt.

Ja, es staut sich gerade vieles, wie auch sonst vor langen Reisen. Aber es fühlt sich ganz anders an, wie sonst .. zum Beispiel vor einem Urlaub. Ich nehme mir zwar kaum Zeit, dieses Gefühl wahrzunehmen. Doch wenn manchmal ein wenig Raum dafür da ist, dann merke ich die Besonderheit: Ich bin nicht in der Lage, an das Danach zu denken. Ich habe kein Bild davon, was passiert und wie ich wiederkomme. Welche Erkenntnisse ich erlange, welche Entscheidungen ich dann vielleicht treffen möchte.

Und es ist ein wenig scary, aber so unglaublich gut scary. Die Angst gehört dazu und ich zweifel nicht daran, dass dem Ganzen genau die richtigen Erfahrungen entspringen werden, egal wie groß oder klein sie sind.

Und daher werde ich jetzt an dieser Stelle keine Versprechungen zu der Form eines Erfahrungsberichtes machen. Wir werden gemeinsam sehen, wenn es soweit ist.

***

Und jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Adios, ihr Lieben, bis in fünf Wochen! Verbringt alle eine schöne Zeit. Vielleicht begleitet ihr mich ein Stück des Weges, in dem auch ihr ein wenig zu euch kommt und ab und an mal in die Stille geht. Ich würde mich freuen.

Bis dahin, alles Liebe 🙏🦋
Eure Sabine.

2 thoughts on “Abwesenheitsnotiz – Start der Panchakarma

  1. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!
    Ich bin in meinem Prozess leider noch nicht so weit. Ich sehne mich nach so etwas: Mehrere Wochen mal keine Verpflichtungen usw. Aber irgendein verdammt fester, wenn auch dünner Faden hält mich noch…
    Daher bin ich etwas neidisch auf dich (im bewundernden Sinne) und freue mich natürlich sehr, falls es einen Erfahrungsbericht gibt!!!
    Alles Liebe, viele Grüße, Astrid

  2. Yep, also ich werde dich ein Stück des Weges begleiten… Bin gespannt, was du uns nach den fünf Wochen erzählen wirst! Alles Liebe auf deiner Reise <3

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