Energie von überall

Mir brennen aktuell so viele Themen auf der Seele, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Meine Energie schäumt gerade total über. Hatte ich ja sogar schon angekündigt, ihr erinnert euch: Der Masterplan. Ich habe es kommen spüren, sozusagen.

In den letzten Wochen und Monaten habe ich wieder so viel verstanden. So viel von mir kennengelernt und so viel vom Leben aufgesogen. Ich merke gerade, dass mein Geist sich verändert hat. Das hat er natürlich nicht in den letzten paar Wochen, aber dieser langjährige Prozess trägt gerade wunderschöne Früchte. Und spornt mich an, weiterzumachen.

Am liebsten würde ich die ganze (MS-) Welt an meinen Erfahrungen teilhaben lassen, aber auch das ist genau einer der Punkte, die ich mehr und mehr verstehen lerne. Darüber schreiben, darüber reden, darüber Filme machen kann ich. Erzwingen kann ich nichts.

Meinem Eindruck nach sind sich viele Menschen nicht darüber bewusst, was sie mit ihrer eigenen Willenskraft bewerkstelligen können. Natürlich kann ich mich nicht über physikalische Gesetze hinwegsetzen und erwarten, dass ich mit genug Willenskraft fliegen kann, wenn ich von einem Hochhaus springe. Aber mit einem starken Willen kann ich trotzdem Unglaubliches vollbringen.

Es fällt mir momentan wirklich bei allen möglichen Leuten aus meinem Umfeld auf – egal, ob chronisch krank oder nicht – dieser Satz „Ich kann das nicht..“ oder „Dafür habe ich keine Zeit..“

Aber ist es nicht oft nur eine Frage der Prioritäten? Ich gewöhne mir an, diese Sätze ehrlich zu formulieren. Also ehrlich zu mir selbst. „Ich möchte mir die Zeit gerade nicht nehmen, ich habe andere Dinge, die für mich momentan wichtiger sind“ oder „Mir fehlt ein Grund/die Motivation dafür.“

Merkt ihr, was dann passiert? Ich werde mir bewusst darüber, dass mir mein Leben nicht einfach unkontrollierbar um die Ohren fliegt. Ich kann ganz bewusst entscheiden, was meine Prioritäten sind.

Mit der MS habe ich entschieden, dass mein Körper Priorität bekommt. Viele Jahre bin ich damit herumgeeiert, hab dieses und jenes ausprobiert. Und war auch nicht immer so ehrlich mit mir selbst. Es gab tausend Ausreden dafür, warum ich zum Beispiel momentan kein Sport machen kann, warum mir für dieses und jenes die Zeit fehlt.

Seit einem Jahr fühle ich mich jetzt gefestigt. Angefangen hat das mit der Ernährung. Nur noch möglichst natürliche, hochwertige Nahrung. Dann kam das intensive körperliche Training dazu vor ungefähr einem halben Jahr. Und jetzt bin ich bereit für das nächste Level. Das Training des Geistes.

Eigentlich halte ich das für das Wichtigste. Aber es ist okay, dass ich meine Zeit bis zu diesem Punkt gebraucht habe. Diese Zeit war wichtig. Was ich nun angefangen habe, wurde mir schon so häufig nahegelegt. Aber genauso oft wie auch ich anderen Menschen meine eigenen Strategien nahelege: Jeder braucht seine Zeit, um an gewisse Punkte im Leben zu kommen. Sich bereit zu machen. Eine Veränderung bewusst zu wollen.

Jetzt habe ich also damit begonnen, regelmäßig zu meditieren. Ganz langsam. Erstmal zehn Minuten am Tag in den Morgenstunden. Und was soll ich dazu sagen, was nicht schon so viele vor mir gesagt haben: Diese zehn Minuten bringen so viel Aufmerksamkeit, so viel Fokus und gleichzeitig so viel geistige Entspannung, dass sie mich ganz anders durch den Tag gehen lassen. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass so schnell Effekte von dem bißchen Meditation spürbar werden. Es macht mich ziemlich hungrig auf das, was noch vor mir liegt.

Vielleicht kommt daher auch diese unbändige Energie, die ich zurzeit spüre. Und von der ich jedem etwas abgebe, der mir in die Quere kommt. Obacht, people 💃

9 thoughts on “Energie von überall

  1. Liebe Sabine
    Dieser Text ist so positiv und motiviert sofort! Es freut mich so sehr das zu lesen! Schön, dass es dir so gut geht und du eine tolle Balance gefunden hast! Bei mir ist zur Zeit alles irgendwie durcheinander. Und meditieren möchte ich schon lange-dabei hast du so Recht mit den Prioritäten. Wir bremsen uns oft selber aus!
    Ich danke dir für diesen Text, der ist wirklich motivierend! <3
    Katarina

  2. Liebe Sabine,
    Was für ein toller motivierender Text! Ich habe meine Diagnose erst vor 2 Montaen bekommen und komme noch nicht so damit klar…vielleicht sollte ich auch mit Meditieren anfangen – wo und wie hast du das gelernt?
    Liebe Grüße
    Julia

    1. Liebe Julia, da stehst du ja noch ganz am Anfang, gib dir Zeit! Ehrlich. Mach dir gerade in der Anfangszeit nicht so viel Druck, dass du gleich so furchtbar positiv mit allem umgehen musst 🙂 Das kommt schon.
      Dass ich das schon richtig KANN mit dem Meditieren würde ich nach so kurzer Zeit auf keinen Fall behaupten, aber ich habe angefangen mit der App „Headspace“. Die kann ich total empfehlen. Viel Erfolg, falls du es ausprobierst 🙂 und alles Liebe!

  3. Hallo Sabine 🙂 was für eine Energie-Post! Dein Strahlen kann ich förmlich zwischen den Zeilen lesen/sehen! 😀

    Toll, dass du mit dem Meditieren angefangen hast. Ich habe vor 15 Jahren damit angefangen. Dieser aufmerksame Blick nach innen hat in mir viel bewegt. Unter anderem hat es mir geholfen wichtige Entscheidungen ganz klar zu treffen und mich selbst zu akzeptieren. Auch Joga empfinde ich meditativ. Also ich bin gespannt, was du für dich daraus gewinnst… lass es mich/uns wissen 😉

    Und was die Frage der Priorität angeht… „Dafür habe ich keine Zeit“ ist es immer eine Frage der Priorität. Wenn jemand beispielsweise für Sport keine Zeit hat, dann setzt er in anderen Dingen des Lebens mehr Wichtigkeit (was auch ok ist – man kann schließlich nicht alles auf Platz 1 setzen, auch wenn man wöllte). Ich hatte eine knapp 2 Jahre lange Sportpause – habe jetzt wieder damit angefangen trotz Studium und zwei Jobs. Ich hatte einfach gemerkt, wie wichtig doch Sport für mich ist und dass ich in den letzten Jahren meine Prioritäten, was das angeht, an falscher Stelle setzte, oder sich meine Prioritäten jetzt verändert haben.

    Danke, dass du von deiner Energie was abgibst 😉 Mir gehts gerade ähnlich, und ich glaube es ist die Sonne, der Frühling und der Sport, der mich aufblühen lässt 😉
    Alles Liebe, Mia

    1. Ja, der Frühling und die Sonne tragen da in jedem Fall eine gehörige Portion zu bei .. zu der Energie momentan 💪 – Ich denke auch, dass Prioritäten sich immer und immer wieder verändern. Was ja auch total normal und okay ist. Bei mir stand Sport auch sehr sehr lang nicht auf eins .. (steht es auch jetzt noch nicht :)) körperliche Aktivität und gesunde Ernährung waren einfach nicht dran. So einfach ist das. Und jetzt ist es dran.
      Trotzdem finde ich es wichtig, seine Prioritäten zu hinterfragen an dem Punkt, wo man unzufrieden mit seinem Leben ist. Und das ist es, was viele nicht machen. Viele erfinden lieber Ausreden, es nicht zu tun, und verstellen sich so einen Weg zu Lösungen. Meiner Meinung nach ist halt wirklich jeder seines eigenen Glückes Schmied 🙂
      Alles Liebe!

  4. Moin Sabine!
    Immer wenn ich deine Texte lese ist es, als würdest du meine Gedanken aufschreiben 😊. Schon etwas gruselig, positiv gruselig. Ich hab meine Diagnose seit 2011, erste Symptome aber schon 2001. Seit Diagnose hat sich für mich eigentlich mehr zum positiven, als zum negativen geändert – es kommt immer auf den Blickwinkel an. MS ist für mich kein Feind und ich bin so froh, dass es deinen Blog gibt, denn ich hab mich oft nicht getraut es so auszusprechen, weil ich entweder für bekloppt gehalten werde oder „vielleicht simuliert sie ja doch?!“.
    Ich probiere mittlerweile auch vieles aus, wofür ich vorher „nicht die Zeit gefunden habe“. Manches ist geblieben (Kraftsport, Ernährung), für anderes war es noch nicht der richtige Augenblick für die Regelmäßigkeit (Qi Gong, Meditation).
    Vor zwei Jahren wurde mir dringend ans Herz gelegt, EU-Rente zu beantragen. Erst habe ich mich gewehrt doch jetzt nach 1 Jahr Teil-EU-Rente war es eine gute Entscheidung und seitdem kann ich auch endlich dem Sport nachgehen, wofür ich vorher einfach keine Kraft hatte. Ich kann wieder Hobby’s nachgehen …. bzw. mir erstmal welche suchen, weil es solange aufgrund der Fatigue und Konzentration kaum möglich war.
    Ich lebe so intensiv mein Leben, wie ich es vorher nie getan habe und JA ….. dafür bin ich der MS dankbar!
    Someday ist jetzt viel zu lang geworden 🙈.
    Ich finde deinen Blog einfach toll 👍🏼👍🏼👍🏼
    Liebe Grüße, Bibi

    1. Hi liebe Bibi!! Wie schön von dir zu lesen, bist du die Bibi, die mir bei Instagram „Fatigue is a bitch“ in die Kommentare geschrieben hat?? Wundervoll, das sage ich jetzt von Zeit zu Zeit vor mich hin, wenn sie mich mal wieder nervt 😀 😀
      Freut mich auf jeden Fall zu hören, dass du dankbar sein kannst und so intensiv lebst! Tschakka und weiter so!! Liebe Grüße! Sabine

      1. Hi Sabine! Ja das war ich 😁
        Fatigue ist ja auch ne bitch 😈. Da kann man nichts schön reden!
        Sonnige Grüße ☀️

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