Fünf Wochen .. of what?

Was habe ich jetzt eigentlich fünf Wochen gemacht? Am wenigsten tatsächlich meditiert. Das hat mich selbst überrascht. Immerhin hatte ich massenhaft Gelegenheit dazu. Der Ort war perfekt, ich war allein mit mir, in einem Häuschen mitten in der Natur. Aber irgendwie .. sollte es nicht sein, vor allem in den ersten Wochen.

Die Tage der Behandlungen

An den jeweils fünf Wochentagen war ich jeden Tag bei Michael in der Praxis und habe verschiedene Behandlungen bekommen. Das waren unter anderem Ölmassagen, verschiedene ausleitende Maßnahmen, Öl-Stirngüsse oder auch Einläufe. Zu jedem einzelnen Vorgang hat mir Michael genau erklärt, was er damit bezweckt. Und da ich mich ein wenig intensiver mit Ayurveda auseinandersetzen wollte, ist er mit mir oft noch mehr in die Details gegangen.

Zu der Behandlung gehörte außerdem, dass sich Michael jeden Tag ohne Ausnahme sehr viel Zeit für mich genommen hat für Gespräche. Über alle möglichen Themen. Manchmal einfach nur über die Effekte der vorangegangenen Behandlung, manchmal über das, was mich aktuell beschäftigt. Manchmal über Ayurveda, manchmal über Spiritualität. Manchmal über meine Kindheit, manchmal buchstäblich über Gott und über die Welt.

Ayurveda findet eben nicht nur auf körperlicher Ebene statt, sondern vereint Physis, Psyche und Spiritualität. Diese Ganzheitlichkeit in einer Behandlung war eine komplett neue Erfahrung für mich.

Spaziergang in der Heide

Die Zeit drumherum

Die Wochen waren unterschiedlich voll ausgestaltet durch die Behandlungen. Manchmal war ich zweimal am Tag in der Praxis und hatte somit in meiner Hütte ohnehin nicht viel Zeit für andere Dinge außer Kochen, Ausruhen und ein wenig Herumtüdeln. Die Behandlungen waren auch nicht ganz unanstrengend. Beziehungsweise das, was durch die Behandlungen angestoßen wurde. Ich habe gemerkt, wie mein System anfing, auszumisten. Zu entgiften. Sich neu zu ordnen.

An manchen Tagen wiederum war ich nur zwei Stunden in der Praxis und hatte den Rest des Tages zur freien Verfügung, sofern meine Kräfte das eben zu ließen. Michael hatte mir nahegelegt, keinen sportlichen Aktivitäten nachzugehen, Yoga & Co fiel damit aus.

In den ersten Herbsttagen hatte ich Spaziergänge ins nahegelende Büsenbachtal unternommen. Das war wirklich wunderschön, aber dort habe ich schon gemerkt, dass ich körperlich an Grenzen stoße. Daraufhin habe ich wieder begonnen zu malen und habe während der Zeit auch viel geschrieben. So richtig handschriftlich und so 😃

Das Büsenbachtal

Wissensdurst und Meditationshunger

Außerdem habe ich auch sehr viel gelesen. Die ersten Wochen waren geprägt von Wissensdurst. Vor allem Ayurveda und die Herkunft und Philosophie des Yoga haben mich in den Bann gezogen. Das war sehr aufschlussreich und hat unglaublich viel Klarheit in mein Leben gebracht.

Ich bin eigentlich gar nicht so sehr ein Mensch, der immer überall die Logik hinter sehen muss oder unbedingt das Hintergrundwissen zu diesem oder jenem erlangen möchte. Aber Deva hat damals bei meinen Pronstorf-Retreats etwas angestoßen, dass einerseits nur durch Selbsterfahrung gedeihen konnte, dass aber andererseits auch nach Erklärung von Zusammenhängen verlangt hat, die ich nie so herausgefunden hatte. Vieles war ein großer wirrer Knoten in meinem Kopf, der mich an Grenzen gebracht hat, die ich aus mir heraus nicht überwinden konnte.

Die Beschäftigung mit verschiedenen indischen Philosophen und Mystikern haben dann so viel Klarheit geschaffen, dass ich nach der Hälfte der Zeit aus eigenem Antrieb mit der Meditation wieder begann. Behutsam, Stück für Stück. Und dann baute es sich von allein wieder auf, ohne mein Zutun. Das war ein sehr bereichernder Prozess.

Eine Woche in Stille?

Ach ja: Ich hatte in meiner Panchakarma-Ankündigung damals geschrieben, dass ich gerne eine Schweigewoche einlegen möchte. In Absprache mit Michael habe ich mich dagegen entschieden. Und bin auch echt froh drum, wenn ich sehe, was ich für intensive und tiefgründige Gespräche mit Michael führen durfte.

Schon beim Vorgespräch eine Woche vor der Panchakarma sagte Michael zu mir, dass eine Woche in Stille ja nicht nur bedeutet, nicht zu sprechen. Echte Stille entsteht erst, wenn auch keine Gedanken mehr da sind.

Die Zeit vor Panchakarma habe ich mein System so in Aufruhr gebracht durch die ganzen Übergaben im Büro und Vorbereitungen zuhause, dass ich weit davon entfernt war, irgendwie ruhig im Geiste zu sein. Im Gegenteil. Mein Verstand hat gesprudelt.

So waren die ersten Wochen geprägt davon, diesen Gedankenstrom zu beruhigen. Und jetzt, nach der Behandlung, ja da würde eine Woche der Stille wirklich nochmal einen ganz anderen Effekt haben. Das merke ich gerade ganz deutlich.

Ich werde diese Erfahrung nochmal ganz abgesetzt allein machen und habe dafür auch schon zwei sehr schöne Orte gefunden. Es fühlt sich auf jeden Fall richtig an, es nicht innerhalb der Panchakarma gemacht zu haben. Diese war für sich allein transformierend genug.

Erwartungen?

Es ist ein Kapitel für sich, mit welchen Erwartungen ich in diese fünf Wochen gestartet bin. Dem habe ich mich in meinen Tagebüchern ausführlich gewidmet, weil dieses Thema einen großen Lerneffekt für mich hatte. Dazu also zu einem späteren Zeitpunkt mehr wenn ihr mögt.

Fakt ist: Alle Erwartungen, die ich nicht haben wollte und doch hatte, sind übertroffen worden. Es gibt keine Worte für das, was ich aus dieser intensiven Zeit mitnehme. Das Schönste ist: es ist nicht nur ein bloßes Gefühl, nicht nur ein gereinigter Körper, nicht nur eine Anleitung oder Tipps für bestimmte Tätigkeiten. Es ist eine neue Art, mein eigenes Leben aktiv zu leben. Eine neue Art der Selbstverantwortung und Leichtigkeit des Handelns.

Jetzt bin ich genau eine Woche zuhause und es stellt sich überhaupt kein Gefühl dessen ein, dass ich schon wieder aufgesogen oder vereinnahmt vom Alltag oder der normalen Gesellschaft hier bin. Im Gegenteil. Ich fühle mich stärker denn je, meinen Weg zu gehen.

***

Bei jedem Text, den ich für den Blog schreibe, fällt mir auf, dass ich immer nur an der Oberfläche dessen kratzen kann, was wirklich alles so passiert ist. Daher: kommentiert mit Fragen, wenn ihr mögt und wenn euch etwas spezifisches interessiert! Ich beantworte sehr sehr gerne Alles, zu dem ich etwas sagen kann ✨

4 thoughts on “Fünf Wochen .. of what?

  1. Liebe Sabine,
    auch ich möchte zuerst „willkommen zurück“ sagen.
    Wie du gemerkt hast, habe ich deine ersten Beiträge nicht kommentiert, da ich selber aus Erfahrung weiß wie wichtig es ist sich zu sortieren nach einer solch langen Reise.
    Ich freue mich so sehr, dass du gestärkt, voller Zuversicht und innerer Ruhe aus der Behandlung raus bist und wohlgesonnen wieder Zuhause.
    Bitte stresse dich nicht oder setz dich unter Druck, uns alles zu erzählen. Dein Herz wird dich selber dazu bringen in die Tastatur zu haben wenn es bereit dazu ist. Beobachte die Reaktionen, nehme sie wahr und dein Herz wird entscheiden ob oder ob nicht 😘.

    Freue mich sehr, dass du wieder da bist 🤗💕

    Deine
    Claudia

    1. Hi du Liebe! Wie schön von dir zu lesen!
      Keine Sorge, Stress und Druck sind gerade meilenweit entfernt 😃🙏 – alle Gedanken kommen direkt aus dem Herzen und es wird genau diejenigen erreichen, für die es jetzt gerade passt. Ich schreibe zurzeit viel mehr als ich bloggen könnte, so vieles hat sich gelöst in den vergangenen Wochen und das Aufschreiben hat etwas Reinigendes. Wenn es den ein oder anderen weiterbringen mag – umso schöner ✨

      Alles Liebe für dich 💙😘

  2. Hallo Sabine , schön das du wieder da biest. Mit Ayurveda habe ich mich schon lange beschäftigt,habe schon mehrere Pancha Karma Kuren gemacht die letzte vor drei Jahren in Indien. Ich bin davon überzeugt mir hat das sehr geholfen. Mich würde interessieren wo du warst und ob da auch andere hin können. Weil gute die das wirklich können und davon etwas verstehen gibt es nicht leider . Und der Preis so ungefähr. Nimm dir viel Zeit danach und lasse es langsam angehen. Wir haben uns schon mal getroffen in Detmold liebe Grüße Anne

    1. Hi liebe Anne! Freut mich sehr zu hören, dass du dich schon so lang damit beschäftigst und ebenso Erfolg in den Behandlungen spürst! Ich stimme dir völlig zu: So eine richtige Panchakarma kann nicht jeder Ayurveda-Therapeut. Ich habe allerdings Glück gehabt und bin bei Michael Rohrschneider gelandet. Seine Praxis Ayur-Med ist in Buchholz und ja natürlich! Da kann jeder hin! Michael ist sehr erfahren und hat in Indien gelernt. Er ist unglaublich umfassend, detailliert und hingebungsvoll in seiner Arbeit. Man spürt, wie sehr er Ayurveda lebt und dass er weiß, was er da tut.
      Falls du dir seine Praxis anschauen möchtest: https://www.ayur-med.de

      Die Kosten jetzt im Speziellen für meine Behandlung lagen in einem mittleren vierstelligen Bereich. Es ist ja bei jedem unterschiedlich, was wie lang genau gemacht wird, daher variiert das .. aber das weißt du ja sicher sowieso aus deinen eigenen Erfahrungen.

      Ich schreibe demnächst nochmal genaueres dazu und werde auch Michael hier auf meinem Blog mal vorstellen 🙂

      Liebe Grüße!
      Sabine

      PS: Warst du bei der KGW-Kinovorstellung in Detmold?

Kommentar verfassen