Mein neues altes Zuhause

In den vergangenen Wochen bin ich vor allem eins: Nach Hause gekommen. Ja, Ayurveda ist mein Zuhause. Es fühlt sich so an, als ob eine Reise, die eigentlich schon mit meiner Geburt begann, ihre Bestimmung gefunden hat.

Seit ich ein kleines Mädchen bin, habe ich eine besondere Beziehung zur Natur. Ich mochte es schon immer gerne, in der Erde zu graben, meiner Mama beim Unkraut zupfen zu helfen – auch wenn ich den Sinn darin nicht so richtig verstand – oder meinem Papa beim Beschneiden der Bäume zur Hand zu gehen. Mir hat es unendliche Freude bereitet, Früchte im Garten zu ernten und anschließend mit meiner Mama zu verarbeiten.

Meine Kind- und Jugendzeit verbrachte ich viel draußen. Die Spazierwege um unser Haus herum führten durch Felder und Wälder und ich hatte viele geheime Plätzchen zum Verkriechen, Spielen oder später dann zum Nachdenken. Ich hatte auch nie eine Lieblingsjahreszeit. Jeder Monat hat etwas Magisches in meinen Augen.

Als die MS-Diagnose kam, war mir eigentlich im Augenblick der Diagnose schon klar, dass ich meinen Körper maßlos überlastet hatte (erst Jahre später gesellte sich die Einsicht dazu, dass ich auch meine Psyche maßlos überlastet hatte). Daher sah ich auch nie einen Anlass, zu einem Medikament zu greifen. Es schien mir so absolut logisch, dass ich erstmal selbst mein Leben in den Griff bekommen sollte – damit die Natur ihre Arbeit machen kann, sprich damit mein Körper sich größtenteils selbst wieder heil machen kann.

Diesen Ansatz verfolge ich bis heute – und ihr bekommt ja seit fünf Jahren auf diesem Blog und auch in meinem Film mit, wo mich das schon überall hingeführt hat. Aber noch nie war irgendwo DAS, was ich gesucht hatte. Noch nie stellte sich ein Gefühl von Zufriedenheit ein, mit dem, was ich gerade ausprobierte.

Und dann kam Ayurveda.

Ayurveda und MS, das ist der A*** für den Eimer, der Deckel für den Topf. Ehrlich. Mit jeder Zelle meines Körpers glaube ich daran, dass Ayurveda riesengroße Erfolge für die Erkrankung und vor allem für das eigene, dauerhaft glückliche Leben bringt.

„Wissenschaft vom Leben“ lautet die Übersetzung von „Ayurveda“. Und ja, das ist es. Eine Wissenschaft. Während meiner Panchakarma bin ich auf Eigeninitiative tiefer in diese Materie eingestiegen. Es ist unglaublich umfassend auf der einen Seite – aber so logisch, so intuitiv und so naheliegend auf der anderen.

Im Ayurveda wird immer der einzelne Mensch betrachtet. Nicht seine Erkrankung oder ein einzelnes Symptom. Nein, der Mensch mit all dem, was sein Leben ausmacht. Wie er lebt, wie er arbeitet, wie er sich ernährt, in welcher psychischen Verfassung er ist. Und auf dieser Basis behandelt und unterstützt man jeden Einzelnen.

Ich mein – geht es passender? Eine so individuelle Behandlung für eine sich so individuell äußernde Krankheit. Die Art und Weise, wie mich Ayurveda in den Einklang mit der Natur und auch meiner ganz eigenen Natur bringt, fühlt sich nach DEM an.

Es ist mein Gefühl, es wird meine neue Mission, zusammen zu bringen, was zusammen gehört. Ja, es mag geschwollen klingen, aber ich erkenne hier eine Chance und meinen Platz in dieser Welt, das Leben von denjenigen MS-Betroffenen zu bereichern, die sich für Ayurveda – der Wissenschaft vom Leben – öffnen möchten. Nicht nur im Umgang mit der Krankheit, auch im Umgang mit allen Menschen und unserem Planeten.

In meiner zweiten Panchakarma-Woche habe ich folgenden Satz in mein Tagebuch geschrieben:

So it will be.

3 thoughts on “Mein neues altes Zuhause

    1. Da wachsen gerade viele kleine und große wunderbare Ideen heran 🙂 Noch sind sie nicht reif, um darüber zu schreiben – zumindest nicht öffentlich. Aber eine kleine Sache ist zum Beispiel, dass ich auf dem Blog ein wenig näher auf die genauen Zusammenhänge eingehen will, die man im Ayurveda zwischen der MS und der eigenen Lebensführung sieht. Ich mache Anfang nächsten Jahres einen kurzen Film, in dem ich mich mit meinem Therapeuten diesem Thema nähere. Er erklärt uns dann mal, wie man im Ayurveda MS beschreibt, erklärt und therapiert.

      Meine eigenen Erfahrungen werden so oder so teil dieses Blogs bleiben, weil ich mich nunmal zurzeit so intensiv damit auseinandersetze. Ich überlege aber tatsächlich, ob ich nicht ein kleines Büchlein zusammenstelle, da ich mittlerweile so viele Texte geschrieben hab, dass sie diesen Blog erschlagen würden 😀

      Ich glaub das wichtigste ist, dass ich niemanden missionieren will – auch wenn ich in dem Beitrag von Mission gesprochen habe. Ich spüre einfach so deutlich, dass Ayurveda ein echter Gamechanger sein kann – aber jeder einzelne muss selbst schauen, ob er dafür bereit ist. Das Tolle ist ja auch, dass Ayurveda offen für alle ist. Man kann es begleitend zu einer Basistherapie in sein Leben integrieren, oder eben komplett so wie ich und dazwischen gibt es tausendundeine Abstufung. Hach .. ich komme schon wieder in Schwung 😀

      1. Jaaa, ich freue mich, mehr darüber zu erfahren!

        Ich wünsche mir für mich keine Therapie in dem Sinne, ich wünsche mir mehr Bewusstsein für das Sein und vielleicht das Bearbeiten von eingefahrenen Denk- und Handlungsmustern. – Obwohl, wenn ich darüber nachdenke, das ist ja auch nichts anderes als therapieren/ heilen/ in ein Gleichgewicht bringen. In uns hängt nun mal alles zusammen.
        Ich bin gespannt auf das Filmchen mit deinem Therapeuten, wenn er die ayurvedische Sichtweise über MS beschreibt. Und natürlich wäre das super, wenn du ein Büchlein schreiben würdest!

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