Raus aus der Fatigue – meine 7 Helferlein

Yeah, es geht wieder aufwärts! Adieu Fatigue, hallo Alltagspower! Es sind jetzt zwar noch nicht alle Konzentrationsschwächen verschwunden, aber im Großen und Ganzen fühle ich mich endlich wieder „normal“ belastbar. ENDLICH! Hach, ist das ein tolles Gefühl, wieder Herr seines eigenen Kopfes zu werden. Geistige Vernebelung finde ich wesentlich anstrengender als physische Schmerzen, stelle ich immer wieder fest.

So, jetzt frage ich mich natürlich, was ich mir für die nächste Fatigue-Phase merken kann und was mir diesmal geholfen hat, wieder aus dem Loch herauszuklettern. Wahrscheinlich wird es immer situationsabhängig bleiben, aber ein paar Dinge sind universell zu sehen:

1: Prioritäten sortieren!

Stress auf der Arbeit und im Privatleben zu minimieren ist jedes Mal die größte Herausforderung. Dazu stelle ich mir die Fragen: Ist es wirklich notwendig diese oder jene Aufgabe zu erledigen, oder willst du dich nur nicht schlecht fühlen, weil du dir das vorgenommen hattest? Auf das Private bezogen zum Beispiel: Muss es der selbst gebackene Kuchen zum Kaffeetrinken sein oder sind deine Gäste nicht genauso glücklich über ein wenig aufwändigeren Snack? Meine eigenen Ansprüche stehen mir häufiger im Weg als die Erwartungen der anderen. Das ist zwar ein generelles Thema, aber mit Fatigue sollte ich diesen Schatten noch weiter hinter mir lassen also sowieso schon.

2: Aufgaben delegieren bzw. Kontrolle abgeben!

Musst wirklich DU den Einkauf erledigen und die Wäsche waschen? Dich um den Steuerberater und die Krankenkasse kümmern? Das Abendessen kochen und die Küche danach wienern? Einfache Antwort. Natürlich nicht.

3: Welt aus. Kopf an!

Handy, Laptop, iPad, einfach mal alles ganz weit weglegen. Weg mit der ganzen Reizüberflutung. Unterwegs einfach mal einen Ort aufsuchen, an dem niemand ist. Ein toller Tipp von einer Protagonistin neulich: Einfach mal die Toilettenpause ein wenig dehnen. Es kommt natürlich auf die Toiletten-Situation drauf an, aber witzigerweise habe ich festgestellt, dass ich das schon unbewusst mein Leben lang so mache. Wenn immer ich mich reizüberflutet fühle, flüchte ich mich auf die Toilette und verweile dort ein wenig länger als es sein müsste. Stehe vor dem Waschbecken oder sitze auf dem Deckel und sauge die Schlichtheit und Stille auf.

4: Musik mit Kopfhörern!

Das hilft mir immer, auch ohne Fatigue, mich neu zu fokussieren oder einfach nur abzuschalten und überall mit mir allein zu sein. Mit Kopfhörern funktioniert die Musik für mich nicht als Lärmquelle irgendwo im Raum, die im Zweifel zur Reizüberflutung beiträgt. Sie erklingt eher in meinem Kopf und beeinflusst direkt meine Emotionen. Wenn ich Fatigue habe, höre ich dann oft Chill-Out Electro oder Singer/Songwriter Musik. Auf jeden Fall etwas Entspanntes. Je nach dem, wo ihr eure Musik herbezieht, gibt es auch tolle Yoga-Radiosender mit entspannten Tracks, die zum Teil zusätzlich mit beruhigenden Sounds wie Meeresrauschen unterlegt sind.

5: Entspannungsübungen!

Ich wähle dazu eine Mischung aus Yoga und ein wenig Meditation. Und man muss wirklich kein Profi dafür sein. Ich erlebe immer wieder, dass Menschen Hemmungen haben, Yoga oder Meditation auszuprobieren, weil sie das immer gleich mit einem Kurs verbinden. Klar kann man auch einiges kaputt machen, wenn man ohne Anleitung krasse Yoga-Posen ausübt, aber davon spricht ja niemand. Sanftes Yoga reicht schon aus, um einen zu erden und zurück ins Hier und Jetzt zu bringen. Ich stöber gerne bei Youtube nach Yoga-Instruktoren, die eine angenehme Stimme haben – besonders mag ich die Übungen von Adrienne.

6: Sport, Bewegung, Auslauf

– nennt es, wie ihr wollt. Es ist irgendwie zum Klischee-Tipp geworden, aber es hilft einfach. Das ist wie Tee-trinken bei Erkältung. Es muss ins Standard-Programm abgespeichert werden. Nachdem ich so topfit und sportsüchtig aus dem letzten Jahr gekommen bin, hatte ich irgendwie zu Beginn des Jahres nicht mehr so viel Lust und musste dann auch noch aufgrund eines kleinen Eingriffs eine Zwangspause machen. Ehrlich – das hat die Fatigue richtig schön befeuert. Und es mir noch schwerer gemacht, wieder anzufangen. Aber mit ein bißchen Überwindung hab ich dann gleich nach der ersten Mini-Trainingseinheit gemerkt, wie gut mir das tat.

7: Routinen entwickeln!

Zum Schluss die größte Hilfe im Alltag. Viele verbinden mit Routinen vielleicht Druck oder Unspontanität oder sonstige negative Aspekte. Aber es ist einfach auch eine große Stütze, wenn man sich für bestimmte Alltagssituationen Routinen zulegt, die man ohne Nachdenken abspulen kann. Ich habe zum Beispiel eine Morgenroutine. Aufstehen, Bad, Frühstück, Mittag essen für die Arbeit vorbereiten, etwas die Wohnung aufräumen, Büro. Das läuft jeden Morgen bei mir ab. Und so komme ich ohne groß nachzudenken mit einem gesunden Frühstück in den Tag, mit einem gesunden Mittagessen auf die Arbeit und in eine aufgeräumte Wohnung zurück. Ganz viele Fliegen mit einer Klappe. Mein Alltag ist spontan und hektisch genug, da ist das ein willkommener Ausgleich.

Aus dieser Routine war ich durch Weihnachten rausgefallen. Und tat mich dann schwer, zum Jahresbeginn wieder anzufangen. Und prompt: Hallo Fatigue.
Mir geht das mit morgens sogar noch nicht weit genug, ich möchte mir auch eine Abendroutine zu legen. Aber daran arbeite ich noch. Das ist um einiges schwieriger, weil meine Arbeitszeiten so variieren.

Ich bin wirklich erleichtert, dass ich mit all diesen Dingen an meiner Seite durch diese Fatigue-Phase jetzt (fast) durchgekommen bin. Wie Bibi Lü aus meinem Instagram-Stream neulich so schön schrieb: Fatigue is a bitch!

3 thoughts on “Raus aus der Fatigue – meine 7 Helferlein

  1. Danke, Sabine!

    Da sind einige sehr hilfreiche Tipps dabei, die ich in Ansätzen sogar auch schon ausprobiert habe. Ich denke, ich sollte das ganze mal ein bisschen konsequenter verfolgen – vielleicht wird es dann besser.

    Lg, Bianca

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