Tonmischung

Gut, die Farben sind also fertig. Das Bild sieht hübsch aus. Nun ist der Ton an der Reihe.

Auch im Ton muss man verschiedene Lautstärken und Klänge – soweit das technisch machbar ist – aneinander angleichen. Zum Teil passiert das beim Sounddesign, zum Großteil dann aber in der Tonmischung. Dort liegen die Töne und die Musik dann alle auf verschiedenen Spuren und Mischer Mathias sorgt dafür, dass sie alle das richtige Verhältnis haben.

Die Vorarbeit für die Tonmischung haben zwei andere wichtige Menschen aus meinem Ton-Department gemacht: Komponistin Julia und Sounddesigner Simon. Mit Julias Aufgabe könnt ihr sicher alle etwas anfangen: Sie hat die Filmmusik komponiert. Doch wozu braucht man einen Sounddesigner, fragt ihr euch sicher?

Sowie ein Colorist die Stimmung einer Filmszene mit unterschiedlichen Farben unterstützt, so kann das der Sounddesigner mit verschiedenen Tönen. In unserem Falle gibt es Szenen, die in meiner Fantasie spielen und für die es keine „realen“ Töne gibt. Besonders für diese Szenen hat Simon ganz eigene Klangwelten erschaffen.

Ich hatte euch von meinen Selbstzweifeln erzählt?

Gestern mittag war es soweit: Ich hatte Termin in der Tonmischung. Aber nach der vergangenen Woche in der Farbkorrektur war ich einfach nur platt. Mein Kreislauf hat sich dagegen gewehrt das Bett zu verlassen. Das Hamburger Schietwetter hat auch nicht wirklich zur Motivation beigetragen. Aber es ist der letzte wirklich große Schritt, also habe ich mich aufgerafft.

Im Studio angekommen, hatte mein Team schon volle Arbeit geleistet. Es war fast alles schon fertig zum Anhören. Mathias drückt den Play-Button. Und der Film läuft zum ersten Mal mit dem Klang, den er später im Kino haben wird… Was für eine Offenbarung. Über 80 Minuten saß ich in meinem Drehstuhl als ob ich einen Kleiderbügel verschluckt hätte. Die Freude über alles, was dort auf der Leinwand zusammenkommt, hat mich eingenommen und nicht mehr losgelassen.

Wenige Stunden später nach ein paar Korrekturen war es vollbracht. Kleine graue Wolke ist abgemischt. Der Ton ist fertig. Irgendwo her zaubert Mathias eine Flasche Sekt. Diesen Moment gestern abend werde ich so schnell nicht vergessen.

Nach dem ich mich im letzten Teil bei meinen Protagonisten bedankt haben, richte ich das jetzt an das gesamte Team: Ihr seid so großartig! Ich bin so voller Dankbarkeit, dass ihr mir dabei geholfen habt, diese – meine – MS-Geschichte zu erzählen. Einfach nur Danke!

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