Und was isst du jetzt so?

Da momentan die am häufigsten gestellte Frage die nach meiner Ernährung ist, habe ich beschlossen, diesem Thema auch auf meinem Blog mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken 😊 – in Etappen, denn das Thema bleibt umfassend.

Mein letzter Beitrag speziell zum Thema Ernährung ist schon eine Weile her. Damals war ich, glaube ich, noch total auf dem Clean Eating Trip. Das Prinzip des Clean Eatings habe ich natürlich immer noch beibehalten, sprich: es kommen nur frische, unverarbeitete Nahrungsmittel auf den Tisch. Allerdings habe ich es nun endgültig und ein für alle Mal abgelegt, mich in diese Gruppen einzuordnen .. also was es da so alles gibt: Vegetarier, Veganer, Flexitarier .. oder eben auch Clean Eater.

Eine meiner Lieblings-Panchakarma-Mahlzeiten: einfaches Gemüse-Sabji, getoppt mit Kokosraspeln

Das hat zwei Gründe. Zum einen passe ich sowieso nirgendwo zu hundertprozent rein und zum anderen ist mir schon seit längerer Zeit aufgefallen, dass solche Gruppenbewegungen nur zu noch mehr Konflikten unter uns Menschen führen. Gruppen setzen Grenzen. Identifikation damit setzt Grenzen. Manchmal nur ganz klein, ganz unmerklich, in einer winzigen Ecke deines Denkens. Und doch ist sie da.

Ich möchte mich nun endgültig aus jeglichen Gruppen heraus lösen. Aus jeglichen. Aber das ist nochmal ein Thema für sich.

Alles anders nach der Panchakarma?

Zurück zur Ernährung. Ja, sie hat sich verändert. Nicht durch die Panchakarma, sondern schon einige Monate zuvor durch das erste Kennenlernen von Ayurveda. Damals erstellte mir Michael auf Basis meiner ersten Untersuchung eine Ernährungsempfehlung. Da hatte ich also zunächst eine Tabelle vor mir, auf der allerlei meiner Lieblings-Nahrungsmittel mit „NEIN“ gekennzeichnet waren. Nein, am besten nicht mehr essen.

Ich habe Michael schon damals spontan vertraut und hielt mich weitestgehend an seine Liste. Aber es war eben das… seine Liste. Es war eine Anweisung, die mir jemand von außen gegeben hat. Es war nichts, was ich in irgendeiner Art wirklich durchdringen konnte. Dementsprechend schwer fiel mir die Umsetzung mit zunehmender Zeit und den ganzen Geschäfts- und Urlaubsreisen in aller Welt.

Ein neues Grundverständnis

Dann kam die Panchakarma. Und die hat insofern etwas verändert, als dass ich nun endlich verstehe und den Sinn dessen erleben kann, was Michael da alles aufgeschrieben hat. Wenn dort also ein Lebensmittel als zum Beispiel Pitta-erhöhend markiert war, wo drauf ich also eher verzichten sollte, dann konnte ich es direkt nachvollziehen. Pitta steht für das Element Feuer und ich kann das regelrecht im Magen spüren, wenn ich zum Beispiel eine Grapefruit esse, wie sich das anfühlt. Nicht gut. Und was habe ich früher häufig und gerne Grapefruits gegessen.. manchmal jeden Morgen.

Im Zuge der Reinigung habe ich jetzt übrigens schon seit zwei Monaten keinen Industriezucker und kein Weizengluten mehr zu mir genommen. Das ist gar nicht so schwer, wie man immer denkt. Man darf sich bloß nicht zu schade sein, überall freundlich nach ein paar Alternativen zu fragen. Zum Beispiel habe ich auf dem Weihnachtsmarkt neulich einen Tee auf Anfrage bekommen, weil ich keinen Glühwein und auch keins der „Ersatz“-Getränke trinken wollte.

Ein Stückchen Planet zum Abendbrot

Was sich durch die Panchakarma wirklich grundlegend und deutlich verändert hat, ist mein Essverhalten. Zum einen brauche ich viel weniger, um satt zu sein, ich esse deutlich langsamer und vor allem sehr sehr viel bewusster.

Mein Körper gibt mir so deutlich zu verstehen, wie noch nie, wann er was braucht. Momentan brauche ich zu zwei Tageszeiten etwas zu essen. So viel, wie in zwei Hände passt, wenn man sie zu einer Schale formt. Und selbst damit habe ich manchmal zu kämpfen. Unfassbar, wenn man weiß, was für ein Vielfraß ich früher war. Ich konnte locker so viel essen, wie mein Mann – vor zwei Jahren oder so habe ich sogar mal einen recht ekelhaften HotDogContest gegen gleich drei Männer gewonnen. Wirklich nichts, auf das man stolz sein kann.

Meine zur Panchakarma mitgebrachten Lebensmittel

Was mich am meisten bereichert, ist das neue Bewusstsein beim Essen. Jeder kennt den Spruch „Du bist, was du isst!“ – tausend mal gehört, tausend mal zitiert. Ich möchte den Spruch insofern korrigieren, als das ich sage: „Dein Körper ist, was du isst!“ Und dann lasse man sich diesen Spruch wirklich mal auf der Zunge zergehen.

Jedes Stück Lebensmittel, das wir zu uns nehmen, formt unseren Körper. Alles, was wir in uns hineinstopfen, baut er so gut er kann um. Wen wundert es dann, dass man krank wird, wenn man sich zum Beispiel von Süßigkeiten und Fast Food ernährt?

Bewusst essen beginnt für mich beim Einkaufen. In der Nähe der Praxis von Michael gibt es einen kleinen Bioladen, wo ich meine Lebensmittel während der Behandlungszeit eingekauft habe. Es mag fremd für euch klingen, aber allein beim Halten dieses frischen Gemüses in den Händen habe ich schon eine andere Art von Lebensenergie gespürt, als bei den Sachen aus dem angrenzenden Rewe.

So oder so, egal, wo es nun auch herkommt: Mutter Erde hat es uns geschenkt, um unseren Körper zu nähren. Dieses zu erkennen und zu leben – das verändert. Ernsthaft. Beim Kochen und beim Essen sich bewusst zu machen, dass man da gerade ein Geschenk der Natur in den Händen hält und es dann voller Dankbarkeit zu genießen, das verändert, wie dein Körper darauf reagiert. Und das verändert, was und wieviel du isst.

Ein kleines Detail mit großer Wirkung

Es mag irgendwie alles merkwürdig klingen, so zu essen, aber ehrlich, es ist so so so bereichernd. Es ist eine kleine Stellschraube im hektischen Alltag, die für sich genommen schon so viel bringt. Mit Hingabe zu kochen allein kann die Qualität des Essen beeinflussen. Und mit Hingabe zu kochen und zu essen bewirkt im Körper schon etwas, auch wenn man nicht auf jedes Detail der Nahrungsmittelauswahl schauen möchte.

Ich koche zum Beispiel unheimlich gerne für meinen Mann, auch wenn ich manchmal schon ein paar Stunden vorher für mich gekocht hatte. Einfach, weil ich weiß, dass er sich gestresst ein paar Eier in die Pfanne haut und ungeduldig darauf wartet, dass alles fertig wird. Da stelle ich mich doch gerne nochmal hin und bereite ihm mit einer Portion Geduld, Gelassenheit und Liebe alles zu. Und zusätzlich kann er noch entspannter das Essen an sich genießen.

Auch das ist Ayurveda.

Klein aber fein: Die Kochnische meiner Panchakarma-Hütte

Mein Körper sagt Danke

Die Effekte der neuen Ernährungshaltung sind sehr deutlich zu spüren. Nicht nur in einer gewissen geistigen Klarheit. Auch in der Energie, die ich über den Tag hinweg zur Verfügung habe. Mein Körper ist nun nicht mehr damit beschäftigt, diese ganzen Massen an Essen zu verdauen. Diese Energie kann ich nun für ganz andere Dinge nutzen – was für eine Erkenntnis! Mir war nie bewusst, wieviel Energie allein der Verdauungsprozess schluckt und wie ineffektiv es ist, viel zu essen … in meiner Logik bedeutete viel essen = viel Energie haben.

Außerdem sind jegliche Arten von Verdauungsbeschwerden verschwunden. Mein Magen und mein Darm fühlen sich friedlich an nach dem Essen. Auch neu für mich. Meine Haut regeneriert sich. Meine Haare sind wesentlich kräftiger als früher. Und MS, achja, die hab ich ja auch eigentlich 😁 sie ist ein seltener Besucher dieser Tage.

Einfach nur ein wenig Bewusstsein. Kann so viel verändern.

Jetzt habe ich natürlich noch nicht die Frage beantwortet, WAS genau ich denn so esse. Das kommt dann beim nächsten Mal. Denn dazu ist noch viel mehr Erklärung angebracht 😃

4 thoughts on “Und was isst du jetzt so?

  1. Hallo liebe Sabine,

    ich folge dir seit über zwei Jahren und habe hier früher das ein oder andere Mal kommentiert. Deinen Weg betrachte ich mit ganz viel Neugier und Dankbarkeit, dass du ihn so offen mit uns teilst! Bitte weiter so, ich freue mich über jeden Beitrag! Du strahlst seit ein paar Wochen und Monaten in deinen Storys auf Insta. Selten ein Beitrag ohne dein zufriedenes und positives Lachen. Klasse! Man spürt was es mit dir macht! Ich weiß noch nicht was ich davon für mich mitnehmen kann. Auch meine MS verschwindet mit Umstellung der Ernährung völlig und die Energie ist da wie nie. Deshalb dieses Mal nur alles Liebe!

    Lg Kati

    1. Das freut mich so zu hören, liebe Kati! Auch dir: weiter so! und vielen lieben Dank für deine Worte. Wünsche dir eine wunderschöne Weihnachtszeit!

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