– nur noch etwas mehr als eine Woche bis der Film komplett FERTIG ist!!

Bis kurz vor Weihnachten haben geschuftet und im neuen Jahr die Motoren direkt wieder angeworfen. Zugegeben: es ist mir etwas schwergefallen. Weihnachten war einfach mal viel zu kurz, um die Batterien wieder aufzuladen.

Und dann ist die vergangene Woche angebrochen: 4 Tage Farbkorrektur und die anschließende Tonmischung. Es sind die Arbeitsschritte kurz vor dem Ziel. Ich mag diesen Step in der Postproduktion am liebsten: Unabhängig von einander kann man hier eigentlich erst die letztendliche Welt für des Films für Auge und Ohr gestalten. Alle Visionen kommen zusammen. Das Baby wird erwachsen.

Mein Bruder fragte mich an Weihnachten mit einem verwegenden Lächeln, ob der Film schwarz-weiß sei, oder warum wir in die Farbkorrektur müssen. Das ist er natürlich nicht, wie ihr euch denken könnt. Aber, wenn man an unterschiedlichen Orten dreht mit unterschiedlichen Licht- und Raumbedingungen, gibt es im Bild immer wieder Farbstiche oder Helligkeitsunterschiede. Und genau das versucht man im sogenannten Colorgrading auszugleichen. Im Prinzip sind fast alle Bilder, die euch im Alltag z.B. im Fernsehen begegnen, farbkorrigiert.

Außerdem kann man dem Film im zweiten Schritt dann noch eine bestimmte Farbstimmung geben, zum Beispiel eine besonders schöne Sommerwiese betonen, in dem das saftige Grün hervorgehoben wird. Oder die düstere Stimmung im Wald durch einen bläulichen Stich unterstützen. Das ist im Prinzip das, mit dem sich Kameramann Jonas und ich gemeinsam mit unserem Coloristen Ronney von Optical Art die ganze letzte Woche beschäftigt haben.

Über Weihnachten haben sich in meinem niemals stillstehenden Hinterstübchen Zweifel eingeschlichen. Ob der Film gut genug ist. Ob ihn andere verstehen können. Ob er nicht für Außenstehende zu uninteressant und für MS-Betroffende zu unkonkret ist. Ob er visuell ansprechend rüber kommt. Du meine Güte. Das ist die echte Herausforderung an der Regie: Man muss sein Selbstvertrauen in die eigenen künstlerischen Entscheidungen waren!

In der Farbkorrektur sind die ersten Zweifel dann wieder weggeblasen worden. Ich bin kein Typ (und ich werde es auch niemals werden), der sich selbst anpreisen will und die eigenen Sachen auf einen Thron hebt. Deswegen werden wohl gewissen Zweifel immer bleiben. Aber ich bin so verliebt in alle meine Protagonisten! Ihr Lieben, wenn ihr das hier lest: Ihr seid so klasse, nur durch euch ist dieser Film so geworden, wie er ist! Ich hätte mir keine tolleren Menschen vorstellen können und ich bin so froh, dass wir uns kennengelernt haben!

Im nächsten Teil: Die Tonmischung.

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