Eine Blog-Entdeckung und eine Erinnerung

Bevor ich euch die Geschichte über die Anfänge von KGW weitererzähle, muss ich einmal dazwischen funken. Ich bin durch die fröhliche Tweeterei von Christian de Vries (mal wieder :)) auf einen ganz tollen Blog gestoßen, der mich völlig aus den Socken gehauen hat.

Auf dem Mutismus-Blog von Sab habe ich gleich mehrere Stunden verbracht. Sie schreibt mit unglaublicher Ehrlichkeit und Direktheit über Szenen aus ihrem Alltag mit selektivem Mutismus. „Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen“ – so betitelt sie ihren Blog. Und auch wenn ich selbst nicht an Mutismus leide, kann ich diesen Texten dort so wahnsinnig viel abgewinnen. Ich fänd es jetzt sehr vermessen zu sagen, dass ich glaube zu wissen, wie sich Mutismus anfühlt, denn das kann ich weiß Gott nicht. Und ich mag es ja persönlich auch nicht, wenn Nicht-MSler zu mir sagen, sie wüssten, wie das mit der MS ist.

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Trommelwirbel ..

TADDAAAA! Der Film ist fertig!!

Es ist der 4. Februar, den ihr euch im Kalender anstreichen dürft. An diesem Tag war die Abnahme der Kinofassung von KGW. Unglaublich. Es ist geschafft. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben. Mein Hinterstübchen rechnet ganz misstrauisch jeden Tag damit, dass doch noch etwas kommt. Aber bisher: alles ruhig. Jetzt  heißt es nur noch warten. Warten auf die Teampremiere. Warten auf die Festival-Deadlines. Warten auf Zusagen.

Ich freu mich so unglaublich darauf, den Film das erste Mal vor einem „fremden“ Publikum zeigen zu können. Mit der Teampremiere beginnt ein ganz neuer Teil so einer Filmproduktion: die Distribution. Das Baby in die Welt tragen und .. naja, verkaufen im positiven Sinne.

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Anfänger und Fortgeschrittene

In diesen Tagen werde ich wieder vermehrt um Hilfe gebeten. Freunde von Freunden bekommen MS und suchen Hilfe. Und ich helfe gerne. Ist doch klar! Irgendwie selbstverständlich. Denn ich weiß wie schlimm hilflos und einsam man sich in den ersten Wochen fühlt. Wenn ich bloß ein paar dieser ehlenden Stunden mit Leben füllen kann, ist es mir das wert.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, Tipps und Weisheiten zu verteilen. Ich fühle mich doch selbst noch als Anfängerin. Doch während ich mich mit meinen eigenen Anfängen auseinandersetze, fällt mir auf, was ich nicht wieder so machen würde. Zum Beispiel: „Multiple Sklerose“ in Google eingeben. Jedenfalls nicht eine Woche nach der Diagnose. Oder in irgendwelche Foren schauen. In Facebook-Gruppen eintreten. Pfui. Was dort alles erzählt wird! Selbst mit 2 Jahren MS Erfahrung fällt es mir schwer, diese ganzen im Detail beschriebenen Probleme durchzulesen, die dort besprochen werden.

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Abschied oder Anfang?

Die To-Do Liste schmälert sich von Tag zu Tag! Vorspann: Check! Abspann: Check! Titelanimation: Check! Untertitel: in Arbeit! Nur ein paar visuelle Effekte stehen jetzt noch aus. Konkret heißt das: ein paar nette Lichteffekte und ein bißchen künstliches Kamera-Gewackel auf die Kroatien-Bilder, damit die Aufnahmen nicht so professionell aussehen 😉

Doch dann .. bleibt mir nichts anderes mehr übrig als auf den fertig gerenderten Film zu warten. Wow. So langsam komme ich an diesen Punkt.. diesen Punkt, den man nach jeder Filmproduktion erreicht. Egal wie anstrengend, stressig oder kompliziert es war. Am Ende blickt man dann oft mit ein bißchen Wehmut zurück und muss sich von seiner „Filmfamilie“ verabschieden. Ja wirklich, das Team wird zu einer Art Ersatz, weil man so viel Zeit miteinander verbringt. In unserem Fall war das natürlich nicht ganz so extrem, als wenn man 4 Wochen fast jeden Tag zusammen am Set verbringt. Aber immerhin haben wir im kleinen Team über ein Jahr an KGW gearbeitet.
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Ein Kalender für die gute Laune

Kalender gibt’s ja nun wirklich wie Sand am Meer, aber als ich um Neujahr herum auf meiner Pinterest-Seite herumgestöbert habe, ist mir diese ausgefallene Idee ins Auge gesprungen: Ein Mood-Calendar. Na, wenn das nicht was für MSler ist!!

Für jeden Tag hat man hier ein kleines Feld, wo man mit einem Smiley seine Laune einträgt. Sehr genial. Als ich das gesehen habe, musste ich spontan an meine jährlichen neurologischen Untersuchungen denken. Da muss ich immer tonnenweise Fragebögen zu meinem Gemütszustand ausfüllen, immer bezogen auf die letzten 4 Wochen. Aber mal ganz ehrlich: wer hat denn schon einen Überblick über seine Launen über einen so langen Zeitraum? Ich hab das Gefühl, dass ich im Grunde immer nur einen Durchschnitt durch die vergangenen zwei Wochen ziehen kann und das war’s dann auch schon. Und der Tag, an dem ich im Wartezimmer vor meinem Haufen Fragen sitze, zählt ungefähr vierfach.

Aber mit diesem Ding wäre es gar nicht so schlecht sich mal über das Jahr hinweg zu beobachten. Vor allem interessiert mich, ob die Depri-Phasen kürzer werden und sich die fröhlichen Tage vermehren.. also, wer macht mit?

Tonmischung

Gut, die Farben sind also fertig. Das Bild sieht hübsch aus. Nun ist der Ton an der Reihe.

Auch im Ton muss man verschiedene Lautstärken und Klänge – soweit das technisch machbar ist – aneinander angleichen. Zum Teil passiert das beim Sounddesign, zum Großteil dann aber in der Tonmischung. Dort liegen die Töne und die Musik dann alle auf verschiedenen Spuren und Mischer Mathias sorgt dafür, dass sie alle das richtige Verhältnis haben.

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Vorbei?

Jetzt ist es passiert. Der Schnitt ist fertig. Vorbei. Finito. Keine Änderungen mehr.

Irgendwie seltsam. Aber auch unglaublich erleichternd. Endlich kann ich mein Baby loslassen und es in die Welt schicken. Na gut, bis dahin dauert es wohl noch ein paar Wochen, aber es ist zumindest nicht mehr in meinen Händen. Es hat noch einmal einen wahnsinnigen Sprung gemacht in den letzten Tagen. Und jetzt ist bereit. Es gibt kein zurück mehr.

Im Film-Fach-Chinesisch nennen wir diesen Zeitpunkt „Picture Lock“ – das Bild muss also, genau so wie es jetzt ist, stehen bleiben, damit das Ton- und Musik-Department ihre Arbeit Frame-genau darauf abstimmen können. Eigentlich beginnen sie auch erst jetzt mit ihrer Arbeit. Aber da wir bei Kleine graue Wolke einen besonders ehrgeizigen Zeitplan verfolgen, haben Komponistin Julia und Sounddesigner Simon schon lange vorgearbeitet. In den nächsten Wochen heißt es dann also auch hier: Endspurt!

Bei der Gelegenheit fällt mir ein: Wir haben einen neuen, sehr talentierten Musiker mit an Bord! In Kürze bekommt ihr eine kleine Kostprobe! Bis dahin: genießt die Vorweihnachtszeit! Mein Adventskalender zeigt mir heute schon wieder Halbzeit an.. Man, geht das immer schnell!