Santosha-Tage 2018 – Die Erfahrung von Katrin

Mein Herz klopft als ich in Holm-Seppensen aussteige. Warum ich hier bin? 39 Jahre alt, die Diagnose begleitet mich seit gut drei Jahren, 7 bescheidene Monate Avonex liegen hinter mir, viele Bücher und Tipps zu Lebensweisen mit MS, Nahrungsumstellung, Sport, TCM und doch bin ich auf der Suche nach einem Weg für mich, für meine MS. Jenseits der schulmedizinischen Empfehlung meiner Neurologin. Denn es geht mir okay und ich will etwas dafür tun, dass es so bleibt.

Wir werden begrüßt wie Verwandte, die zu Besuch kommen. Offen, herzlich und mit einem warmen Händedruck. Es gibt Getränke in großer Auswahl und auf jedem Platz liegt ein Ordner für den Workshop. In unserer Runde spricht jeder über seinen Weg hierher, so kurz oder ausführlich er eben mag. Meine Angst verschwindet. Wir sind hier um etwas zu lernen, unseren Körper zu verstehen und neue Impulse zu bekommen. Michael erzählt uns viel über die Grundlagen des Ayurveda. Die drei Doshas, der Rhythmus der Tageszeiten, strukturelle Prinzipien und viele neue Begriffe. Mein Kopf rauscht. In den Pausen geniessen wir den leckeren Chai, tauschen uns aus und werden liebevoll von Heike bekocht. Am Abend folgt die erste Meditation in Stille. Mein erster Kontakt mit so vielen anderen Mitstreiterinnen – er ist überraschend offen, motivierend und sehr nett.

Am zweiten Tag ist die Begrüßung bereits eine herzliche Umarmung. Wir freuen uns aufeinander und den Input. Wir kochen gemeinsam mit Heike und Sabine und sprechen über die einzelnen Gewürze und Zutaten und ihre Wirkung auf uns und unsere Körperzellen. Heike hat inzwischen den Geschmack der Gruppe ausgemachtund mehrere Kannen leckeren Chai gekocht. Wir fragen Sabine Löcher in den Bauchund kochen gemeinsam ein leckeres Mittagessen. Im Anschluss geht es mit Michael um unsere Krankheit und wie Ayurveda Multiples Sklerose erklärt. An einigen Stellen fühle ich mich ertappt. Danach meditieren wir zusammen und aus dieser Stille entsteht ein Abendessen in Stille. Eine wohltuende und wohlige Stille.

Der Sonntag wird kurz und intensiv. Das Frühstück schmeckt so unfassbar lecker und wir dürfen uns die letzte Folge „Tausend Gesichter“ ansehen. Eine wunderbare Folge, zumal diese tolle Frau seit zwei Tagen neben mir sitzt und uns an ihren Erfahrungen teilhaben lässt. Wir sprechen über Möglichkeiten kleine Dinge im Alltag zu verändern, Zeiten für uns freizuschaufeln und was wirklich möglich ist mit Familie, Job und dem alltäglichen Wahnsinn. Nach dem Mittagessen und meinem letzten Chai bin ich entspannt und voll mit neuen Erkenntnissen. Wahnsinnig dankbar für unsere drei Tage in einer so tollen Gruppe! Das erste Mal so ausführlich mit anderen MSlern gesprochen und sich ausgetauscht. Empfangen und angeleitet von so lieben Menschen, die uns so viel menschliche Wärme entgegen brachten. Wahnsinn, wie lecker das alles geschmeckt hat!

Was ist bis heute geblieben? Kleine Handgriffe sind inzwischen im Tagesablauf fest integriert. Ein Schrank musste komplett für all die neue Gewürze und Getreidesorten freigeräumt werden und jeden Sonntag koche ich Heikes Santosha-Chai. Prompt entsteht jedes Mal das wohlige Gefühl aus Holm-Seppensen. Es gibt ayurvedische Suppen und leckeres Porridge und derzeit lese ich das vierte Buch über Ayurveda. Ich freue mich auf meinen Termin im Januar, wenn wir meineKonstitutionsbestimmung angehen. Denn erst dann kann ich die Gewürze und Zutatenentsprechend meinem Dosha anpassen. Die Meditation führe ich weiter, mal mehr, mal weniger. Immer wie es passt mit Kindern und Job. Stress mache ich mir deshalb nicht. Es geht mir gut mit Ayurveda!

Ich wünsche mir sehr, dass wir einen zweiten Workshop in derselben Konstellation realisieren. Es gibt noch so viele spannende Dinge und Möglichkeiten im Ayurveda. Und es gibt für mich keine schönere und entspanntere Möglichkeit mit diesen drei wunderbaren Menschen Heike, Sabine und Michael. Da bin ich gern die Verwandte auf Besuch! 😘

Eine neue Art des Urlaubs

Es ist Sommer. Kroatien-Zeit. Ein feststehender Break im Jahr, eine Zeit, wo ich natürlicher Weise innehalte. Schon im letzten Jahr war ich völlig geflasht, was sich in mir verändert hat in so kurzer Zeit und heute sitze ich hier und denke: Ich erkenne mein Leben nicht wieder. Und das ist so wunderschön.

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Eine Medaille

Früher habe ich oft geschrieben: Alles im Leben hat zwei Seiten .. oder jede Medaille hat zwei Seiten. Damit wollte ich ausdrücken, dass alles Negative auch eine positive Seite hat.

Heute würde ich das so nicht mehr formulieren. Heute sehe ich EINE Medaille. Das Gute und das Schlechte ist keine Bewertung mehr. Es ist ein und dasselbe.

Ich beobachte in meinem Umfeld viele Menschen, die sich mehr oder weniger stolz damit präsentieren, welche Lebensentscheidungen sie für sich getroffen haben. Ob das nun die vegane Ernährung oder ein bestimmter, als gesund angesehener Lifestyle ist, ein Leben ohne Plastikmüll oder was auch immer.
Ihr merkt schon, in welcher Filterblase ich unterwegs bin 🤷‍♀️😉

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Darf ich mir ein Schnitzel bestellen?

Mein nahes Umfeld hat nun ein Jahr, nachdem ich Ayurveda kennengelernt habe, so langsam mitgeschnitten, dass ich mich anders ernähre, als der Durchschnitt. Vorher war es ja einfach „gesund“ – und das war für die meisten schon ein Grund für spitze Bemerkungen. Aber nun blickt wirklich niemand mehr daran lang, wonach ich mir mein Essen aussuche.

Die Gedanken der anderen lesen sich quasi selbst: „Jetzt isst sie plötzlich abends keinen Salat mehr? Und keinen Käse? Keine kalte Saftschorle mehr zum Essen? Und kein Fleisch? Also ich bestelle mir jetzt trotzdem Schnitzel mit Pommes, das muss einfach sein!“

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#bringinguscloser .. but first:

Es ist Welt MS Tag. Es gibt auch in diesem Jahr wieder ein internationales Motto für diesen Tag, welches da lautet: Bringing us closer. 

Wir wollen also näher zusammen rücken, vielleicht Gräben schließen zwischen verschiedenen Gruppierungen, Ärzte, Therapeuten, Patienten, Researchern – zwischen Menschen, die ja im Grunde alle das Gleiche wollen: MS erfolgreich zum Stillstand bringen, Ursachen herausfinden, Gesundheit bieten usw.

Ich persönlich möchte dem etwas voranstellen. Erst: Bring yourself closer. Und zwar du dir selbst. 

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Santosha-Tage: MS & Ayurveda

Manchmal wartet man eine gefühlte Ewigkeit auf den richtigen Moment und dann steht er ganz unvermittelt vor der Tür: Als ich heute morgen meine Koffer packte, um meine liebe, leider schwer kranke Mama zu besuchen und meinen Koffer vor allem mit Nahrungsmitteln gefüllt habe, um ihr eine heilsame Zeit zu bereiten, wurde mir klar, dass es nun an der Zeit ist.

Zeit für eine Einladung

Eine Einladung an euch alle. Ich lasse euch nun seit einem Jahr an meiner Reise teilhaben, über meinen Blog, über Instagram, über Facebook. Und nun möchte ich euch einladen, ein Stückchen näher zu treten und selbst zu erleben. Meine Ayurveda-Therapeuten Michael, Heike und ich haben in den vergangenen Wochen ein Workshop-Konzept zusammengestellt: die Santosha-Tage.

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Jüngere Wohn-Pflege

Am vergangenen Mittwoch war ich zu Gast auf einer Veranstaltung des Vereins Jüngere Wohn-Pflege e.V. in meiner Heimatstadt Detmold. Die sehr engagierte Gabriele Bunse hatte mich zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, an der viele bekannte Gesichter teilgenommen haben: Eva Koch von der Hertie Stiftung, Sabine Schipper von der DMSG und – was mich am meisten gefreut hat – mein allererster Neurologe und Namensgeber von „Kleine graue Wolke“ Christoph Schattenfroh. Zusammen mit dem Kinderarzt Günther Golla reden wir über einige verschiedene Aspekte des Lebens mit MS. Ich bin sozusagen als „Insiderin“ eingeladen.

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